Schützenanlässe

Entfettungsschiessen

Entfettungsschiessen

Der Himmel war strahlend blau, der Wind ganz sanft, das Gras tanzen zu lassen, und die Sonne schien warm über das Albisgütli. Die Berge, die man vom Schiessstand aus in der Ferne erblicken konnte, schimmerten zurückhaltend in die Weite. Nicht nur der Frühling, sondern auch Mitschützen, Freunde, Schwinger und Farbenbrüder zeigten sich am Samstag (23.03) wieder. Die grosse Gruppe an verschiedenen Leuten versammelte sich im 25m Stand, wo das Entfettungsschiessen der Pistole(n) stattfand. Laien, welche noch nie zuvor geschossen hatten, wurden von der Aktivitas instruiert und ganz allgemein war der Umgang kollegial. Sobald man sich an den Rückschlag der Pistolen genug gewöhnt hatte, verkleinerte sich die Garbe der zuvor scheuen Schüsse und die Hülsen fielen raus wie bei einem Geldautomaten (man beachte : Es wurde auch mit einem Parabellum geschossen, wessen Hülsen senkrecht in die Luft geschleudert wurden und dementsprechend dem Schützen direkt auf dem Kopf fielen). Getreu dem Motto „Üb Aug und Hand fürs Vaterland“ wurde neben dem Schiessen auch über Haltetechniken und Pistolen diskutiert. Ein gelungener Anlass der beim Bier mit Freunden wunderschön verklang.

Freundschaftsschiessen mit der Stapo

Freundschaftsschiessen mit der Stapo

Am Samstag (12.11.16) hatten wir unser Freundschaftsschiessen mit der Stapo und Küsnacht, sowie anschliessend unser AH Süppli. Es ist mir eine Freude zu verkünden das ein SSSer mit 48 von 50 Punkten den 3. Rang bei diesem Schiessen erreicht hat. Solche Resultate erfreuen einem, besonders wenn man Sie ausnahmsweise selbst erzielt hat.

Am AH Süppli durfte die Aktivitas wie gewohnt die illustre Gesellschaft vieler Altherren und gutes Essen geniessen. An dieser Stelle möchte ich nochmals der Altherrenschaft für die Einladung danken. Es war uns eine Freude zu kommen. Beim Absenden der Jahresmeisterschaft blieb das Meiste beim Alten. Die üblichen verdächtigen Altherren gewannen die AH Meisterschaft, aber bei den AA gab es einen Wechsel. Mit stolz darf ich verkünden, dass mein Biersohn Camaro die AA Meisterschaft gewonnen hat. Als Preisgab es eine beschussfähige Tischkanone, welche sogleich eingeschossen wurde! Ich wünsch Camaro viel Spass bei der weiteren verwendung der Kanone.

Üb Aug und Hand fürs Vaterland
In weiss-weinrot

Wumm

Rangliste der Jahresmeisterschaft 2016

1. Camaro 75%
2. Wumm 66%
3. Hammer 64%
4. Faust 52%
5. Morpheus 38%
6. Hecht 26%
7. Achill 24%
8. Purzel 19%
9. Nero 18.9%
10. Piranha 18.8%
11. Oktan 18%
12. Polo 17%

 

Murtenschiessen

Murtenschiessen
Das Murtenschiessen findet jeweils im Juni auf einer Distanz von 180 bis 200 m statt. Deshalb werden die Gewehre eingeschossen. Das geschah dieses Jahr am Samstag vor dem Schiessen auf dem Gelände des Schiessstandes Bärenried in Münchenbuchsee. „Im Gelände“ hiess „am Rande eines Kartoffelackers“. Die angehenden Murtenschützen hatten dort die Wahl, entweder auf einem seitwärts 60 Grad geneigten Bord oder am Rande des Kartoffelackers inmitten der Blätter zu schiessen, wobei diese dazu neigten, nach einem Schuss des Nachbarn das Ziel zu verdecken. Was soll’s – Spass gemacht hat’s trotzdem und getroffen haben auch alle. Eine gute Vorbereitung auf das, was kommen sollte. Man will ja schliesslich nicht nur schiessen, sondern auch treffen!
mde
Die wenigen Benützer des öffentlichen Verkehrs erlebten am Sonntag um 07 Uhr auf dem Bahnhof Bern eine herbe Überraschung: Der Zug 07.08 nach Murten fiel aus. Im Gegensatz zu den Autofahrern verpassten wir Zugsbenutzer den offiziellen Festumzug durch die Altstadt von Murten. Mit einer Stunde Verspätung, aber in bester Laune, trafen wir in Murten ein. Wir begaben uns deshalb direkt -das Gewehr geschultert- auf das ca. 1 km entfernte, auf dem historischen Hügel „Bodemünzi“ gelegene Festgelände. An dieser geschichtsträchtigen Stelle hatte im Jahre 1476 Karl der Kühne sein Lager aufgeschlagen. Sein Ziel war die Besetzung der Städte Bern und Freiburg, die Grossmachtsgelüste verspürend, die von ihm beherrschte Waadt und das Unterwallis sowie Murten besetzt hatten. Damit ihm die 2000 Mann zählende Besatzung von Murten nicht in den Rücken fallen konnte, belagerte er die Stadt. Dessen Einwohner taten gut daran, sich nicht zu ergeben. In Grandson hatte Karl der Kühne der Besatzung freies Geleit zugesichert, sie dann aber doch alle hingerichtet. Für den Eroberungsfeldzug war er bestens gerüstet, besass er doch ein modernes, 22’500 Mann zählendes Heer mit über hundert Kanonen, 500 meist englischer Bogenschützen, Musketiere und Kavallerie. Das Heer der Eidgenossen umfasste in etwa gleich viele Kämpfer, war aber weitaus schlechter ausgerüstet. Den Eidgenossen hatten sich auch Kontingente der Städte Strassburg, Colmar und Rottweil angeschlossen. Seine (vor allem lothringische) Reiterei war viel kleiner als die des Gegners. Die in Grandson erbeuteten 400 Kanonen waren in der Stadt Murten untergebracht. Sie standen deshalb den Eidgenossen nicht zur Verfügung. Die von der Tagsatzung erlassenen Kriegsordnung untersagte es, Gefangene zu machen. Es wurde deshalb ein Kampf ohne Pardon.
Da es bis kurz vor der Schlacht geregnet hatte, rechnete Karl der Kühne nicht mit einem Angriff.  Deshalb waren nur 6000 seiner Söldner kampfbereit. Karl der Kühne wusste nicht, dass die Eidgenossen wegen ihrer mangelhaften Versorgung mit Lebensmitteln gezwungen waren, loszuschlagen, sobald der Regen aufgehört hatte. So geschah es denn auch. Der Vorhut der Eidgenossen gelang durch eine Umgehung die Eroberung des burgundischen Artilleriestützpunktes „Grünhaag“. Die englischen bzw. burgundischen Bogenschützen auf der „Bodemünzi“ wurden von der (vor allem lothringischen) Reiterei der Eidgenossen überrumpelt. Es setzte die bekannte wilde Flucht des Burgunderheeres ein. Soweit der historische Hintergrund des Murtenschiessens.
sdr
Wir Nachzügler kamen gerade rechtzeitig zu den Festansprachen. Das Lager des SSS war schon eingerichtet. Nach dem Feldgottesdienst erfolgte der Auftakt zum Schiessen. Die 12 Schuss Munition wurde gefasst und abgespitzt. Das Programm war klar: 12 Schuss in 4 Minuten. Kein Probeschuss – kein Zeigen. Es zählte nur das Gruppenresultat. 10 Schützen schiessen auf 5 Scheiben. Nach einer kurzen Akklimatisation wurde gegen 10 Uhr eilends die zweite Gruppe mit Schlachtenbummlern aufgefüllt.  Grund dafür war, dass einige AHAH sich zwar angemeldet, dann aber den Termin verpasst hatten. Trotz allem Bemühen des Aktivschützenmeisters umfasste die 2. Gruppe nur 9 statt 10 Schützen. Wenn möglich wurden die Schützen so eingeteilt, dass ein Karabiner- neben einem Sturmgewehr 90-Schütze lag. Dies um zu verhindern, dass einem Nachbarn, die guten Schüsse wegdividiert werden konnten, wenn sie auf dieselbe Scheibe schossen. Das Scheibenbild wird traditionsgemäss erst vor Ort bekannt gegeben, was eine besondere Herausforderung darstellte. Die Scheiben mit 3er Wertung sind jeweils einem Stein in der Stadtmauer von Murten nachgebildet. Dieses Mal lautete die Devise: Lieber etwas zu tief als zu hoch schiessen. Und dann war es an der Zeit, die Waffe zur Hand zu nehmen und sich am Sammelpunkt einzufinden, wo die Waffenkontrolle stattfand. Anschliessend ging es im Gänsemarsch durch den Wald bergauf zum Schiessgelände, wo die Schützen in einer langen Reihe in Stellung gingen. Geschossen wird bergab. Auf Kommando legte man sich hin, richtete sich ein und schon ging’s los. „12 Schuss, Feuer frei“ hiess es und die lange Feuerlinie begann zu schiessen. Natürlich gut gezielt. Nach 240 Sekunden war der Zauber vorbei und das Fest begann. Bei Nidlechueche und einem kühlen Bier sassen wir inmitten der Schar der Schützen, mit Blick auf die historische Stadt Murten. Eindrücklich, so ein Schiessen auf freiem Feld. Besonders, wenn das Wetter stimmt.
Das Resultat für den SSS: 2 und 5. Platz bei den 7 Gästesektionen, wobei die 2. Gruppe mit nur 9 statt 10 Schützen schoss. Das Resultat des 2. Platzes hätte bei den Stammsektionen immerhin zum 85. (von insgesamt 135) Platz gereicht! Gratulation für die Gruppe „§ 11“.
Andreas Gerber v/o Pharao
sdr